Baumkontrolle und Baumgutachten
Baumkontrolle und Baumgutachten
Baumvisite - vereidigte Sachverständige als Maß der Bäume
Baumvisite - vereidigte Sachverständige als Maß der Bäume 

Was ist ein Baum wert?

 

"Wanderer, der du des Weges kommst und deine Hand an mich legen willst, höre mich, ehe du mir Böses tust! Ich bin die Wärme deines Herdes in kalten Winternächten. Ich bin der schirmende Schatten, wenn des Sommers Sonne brennt. Meine Früchte stillen dir den Durst auf deiner Reise.

Ich bin der Balken, der dein Haus stützt, das Brett deines Tisches, das Bett, auf dem du liegst und die Planke, mit der du dein Boot baust.

Ich bin der Stiel deiner Haue, die Tür deiner Hütte.

Ich bin das Brot der Güte, die Blume der Schönheit." (Bauminschrift in Portugal)

 

Im deutschen Zivilrecht zählen fest verwurzelte Gehölze zum Grundstück und können nicht vom Grundstück getrennt bewertete werden. Das bedeutet, dass die taxierten Gehölze eine Funktion als Schutz- und Gestaltungsgrün besitzen müssen, um einen Wert als Grundstücksbestandteil darzustellen. Im Fall der Zerstörung solcher Gehölze kann der Geschädigte grundsätzlich die Wiederherstellung als Naturalrestitution nach § 249 Abs. 1 BGB verlangen.


"§ 249 Art und Umfang des Schadensersatzes

(1) Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre.
(2) Ist wegen Verletzung einer Person oder wegen Beschädigung einer Sache Schadensersatz zu leisten, so kann der Gläubiger statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlangen...."
 

Ein Naturalrestitution scheidet nach § 251 BGB aus,

"..., wenn die Herstellung nur mit unverhältnismäßigen Aufwendungen möglich ist. "

In diesem Fall und bei öffentlicher Inanspruchnahme von Grundstücken kann der Gehölzwert nach Methode Koch ermittelt werden.

 

Bei der Gehölzwertermittlung nach der vom BGH anerkannten Methode Koch werden die normalen Herstellungskosten (Baumpflanzung, Baumpflege, Baumkontrolle) als Teil des Grundstückwertes berechnet (vgl. ImmowertV 2010, Richtlinie zur Wertermittlung FLL 2002) Dem Baumwert gegenüber stehen evtl. Wertminderungen durch ungünstige Baumstandorte, Pflanz- und Pflegefehler, oder durch frühere Baumschäden.

 

Bei Teilschäden scheidet eine Naturalrestitution ebenfalls aus. Im Fall eines dauerhaften Teilschadens ist eine vertretbare handelsübliche Pflanzgröße zu wählen, der Sachwert des Gehölzes als Teil des Grundstückswertes nach der Methode Koch zu ermitteln und der Teilschaden inkl. zusätzlicher Kosten für die Baumpflege abzuschätzen. (vgl.BGH VZR 222/12).

 

Ertragsgehölze von denen messbare monetäre Erträge (Plantagen etc.) zu erzielen sind, sind "Scheinbestandteile" des Grundstücks und nicht als Schutz- und Gestaltungsgrün zu bewerten. In diesem Fall sind die Herstellungswerte der Ware bzw. die Verkaufserlöse maßgeblich.

 

Zu den Ertragsgehölzen zählen nach dem BGH auch Wald- und Forstflächen. Hier gelten die Waldwertermittlungsrichtlinien WaldR 2000 bzw. die Waldwertermittlungsrichtlinien der Bundesländer.

 

 

Beispiele von Wertminderung

Häufiger Grund von Baumschäden mit Wertminderung sind Baustellen ohne Beachtung der Richtlinien zum BaumschutzZum Baumschutz auf Baustellen bzw. im Umfeld von Bäumen gelten bei allen Arbeiten nach VOB (Vertragsordnung für Bauleistungen) die Bestimmungen der DIN 18920 bzw. der RAS LP4. Die Raum unter der Baumkrone muss möglichst vollständig mit einem dauerhaft installierten und mindestens 2m hohen Schutzzaun abgesichert werden. In den abgegrenzten Bereichen dürfen Baumwurzeln nicht befahren, überlagert, abgegraben, aufgefüllt, verdichtet oder versiegelt werden. Bei beengten Baustellen ist der Schutzzaun entsprechend den Anforderungen kleiner herzustellen und ansonsten ein effektiver Überfahrschutz über die Baumwurzeln herzustellen.

 

Abgegrabene Wurzeln sind fachgerecht nachzuschneiden und mit einem Wurzelschutz vor Austrocknung zu schützen. Die Schutzeinrichtungen sind während der gesamten Bauzeit aufrecht zu erhalten. Notwendige Baumbindungen bzw. Rückschnitte der Baumkrone sind durch Fachfirmen nach ZTV Baumpflege durchzuführen. Baumwurzeln und Starkäste mit einem Durchmesser über 5cm, dürfen beim Baumschnitt nicht ohne Absprache mit der Bauleitung des Auftraggebers abgeschnitten werden.

Galarie der Baumschäden mit Wertminderung

 

Normen und Regeln zum Baumschutz auf Baustellen 

 

RAS LP4 (Regeln für die Anlage von Straßen,

Hrsg. Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen / FGSV)

 

DIN 18920 (Schutz von Bäumen, ...  bei Baumaßnahmen Hrsg. Deutsches Institut für Normung / DIN)

 

ZTV Baumpflege  (Zusätzlich technische Vertragsbestimmungen bei Baumpflegearbeiten

Hrsg. Forschungsgesellschaft für Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau / FLL)

 

 

 

Kontakt zum Baumgutachter 



Öffentl. bestellter und vereidigter 

Sachverständiger

für Baumpflege, Verkehrssicherheit

von Bäumen und 

Baumwerte

 

 

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