Baumkontrolle und Baumgutachten
Baumkontrolle und Baumgutachten
Baumvisite - vereidigte Sachverständige für Baumpflege
Baumvisite - vereidigte Sachverständige für Baumpflege

Kappung

Kopfbäume 100jährige Kopfhainbuchen in Gieboldehausen bei Göttingen

Kappungen mit Schnitten >10cm im Durchmesser sind als Kultur aus den Niederforsten und "Hauschichten" der Mittelwäldern bekannt. Dabei werden geeignete Baumarten wie die Hainbuche (Carpinus b.) in regelmäßigen Abständen "auf den Stock" gesetzt. Die Bäume werden ab einer Stärke von ca. 10cm Durchmesser vom Wurzelstock abgehauen. Nach der Holzernte wurde der Schlag zwischenzeitlichen als Viehweide genutzt. Da das Vieh die jungen Austriebe auf der kargen Waldweide verbiss, wurden z.T. Kopfbäume kultiviert. In Kopfhainbuchenwäldern werden Äste in ca. 1,5 - 2m Höhe entnommen. Die Kultur ähnelt damit den Kopfbäumen zur Gewinnung von Flechtwerk und Futterlaub. Sie hatte den ökonomischen Vorteil, dass der Neuaustrieb aus den verbleibenden Stämmen schneller aufwächst und der Bestand nach dem Weidegang nicht neu begründet werden muß. Aus Niederforsten oder aus Hauschichten der Mittelwälder konnten schwache Bauhölzer und Brennholz bzw. Holzkohle gewonnen werden. 

Kopfbaum Kopflinden bei Burg Lohra in Thüringen
Kappung gekappte Linde

Im Gegensatz zu den Niederforsten sind Kappungen von hochstämmigen Stadtbäumen nicht ökonomisch begründbar. Sie werden oft aus übertriebener Sorge vor Baumbruch ohne Rücksicht auf Baumart und Schnittzeit durchgeführt und führen zu hohen Pflegekosten für die Nachbehandlung. Die großen Wundflächen werden leicht von Baumpilzen wie z.B. Schillerporlinge (Inonotus spec.) besiedelt. Die Bäume reagieren auf den Rückschnitt oft mit starken Neuaustrieb aus den Adventivknospen knapp unterhalb der Schnittstellen. Unbeschnitten entwickeln sich diese Reiterate zu starken Ständern auf dem gekappten Baum. Aufgrund ihrer engen Stellung treiben die Triebe schlank in die Höhe. Ihre schlechte Anbindung an den Stamm und die oft eingefaulten Kappstellen erhöhen bei fehlender Nachbehandlung die Ausbruchgefahr. Die Austriebe (Reiterate) der Kappungen müssen im Bedarfsfall regelmäßig kontrolliert, zurückgeschnitten und/oder vereinzelt werden. Höhlungen hinter alten Astungen sind regelmäßig zu kontrollieren. Durch unbegründete Entnahme von Starkästen wird der Baumwert erheblich gemindert. Gleichzeitig entstehen am Baum höhere Pflegekosten.

Kappung und Kopfbaum Astungswunden

Starkastung und Kappungen sind tendenziell baumzerstörend.

 

Als Sondermaßnahmen 

(vgl. ZTV Baumpflege FLL 2006), sind sie ein Mittel um Baumstandorte zumindest als Habitat zu erhalten. Bedingt sinnvoll können diese Schnitte auch zur Erhaltung von Baumarten wie Weide, Linde, Platane und Hainbuche sein. Arten wie Vogelkirsche, Rotbuche oder Spitzahorn vertragen den starken Rückschnitt nicht. Der richtige Schnitt, der Schnittzeitpunkt an der passenden Baumart entscheiden über die Auswirkung auf die Vitalität des Baumes. Geeignete vitale Bäume können den maßvollen und rechtzeitigen Rückschnitt verkraften und möglichen Pilzbefall eingrenzen oder kompensieren. Diese Maßnahmen erfordern in jedem Fall eine Abwägung auf Grundlage guter Kenntnisse der Baumbiologie und eine langjährige Erfahrung in der Baumpflege. Sie sollen nur von ausgewiesenen Fachbetrieben (Fachagrarwirte für Baumpflege, European Treeworker) ausgeführt werden. 

 

Neben den Kappung sind zu späte oder unnötige Aufastungen am Stamm nicht fachgerecht, sondern Kennzeichen jahrzehntelang versäumter Baumpflege. Wie die Kappungen bilden solche Schnitte Eintrittpforten für typische Wundbesiedler wie den Schwefelporling (Laetiporus sulphureus).
 

 

siehe dazu auch:  

 

Schneitelbäume und Formschnitte

Dipl. Ing. H. Schwarze

Landschaftsarchitekt

Öffentl. bestellter und

vereidigter 

Sachverständiger

für Baumpflege, Verkehrssicherheit

von Bäumen und 

Baumwertermittlung

 

in Kooperation mit:

Dipl. Ing. H. Lechenmayr

Landschaftsplanerin

Garten-Landschaftsbau

zertifizierte Baumkontrolleurin

und freie Sachverständige

für Baumpflege,

Garten- und Gehölzpflege

Mitglied der FLL
Baumgutachter, Baumsachverständiger, Baumgutachten, Baumkontrolle, vereidigter Sachverständiger Baumpflege, zertifizierter Baumkontrolleur, Baumuntersuchung Mitglied im Fachverband geprüfter Baumpfleger
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